Ich schell' mein Horn in's Jammerthal

Brahms, Johannes

Ich schell mein Horn in's Jammerthal,

mein Freud ist mir verschwunden,

ich hab gejagt, muss abelahn,

das Wild lauft vor den Hunden.

Ein edel Thier in diesem Feld

hatt' ich mir auserkoren,

das schied von mir, als ich wohl spür,

mein Jagen ist verloren.

Fahr' hin, Gewild, in Waldes Lust!

Ich will dir nimmer schrecken

mit Jagen dein schneeweisse Brust,

ein Ander muss dich wecken

mit Jägers Schrei und Hundebiss,

dass du nit magst entrinnen;

halt dich in Hut, mein Thierle gut!

mit Leid scheid ich von hinnen.

Kein Hochgewild ich fahen kann,

das muss ich oft entgelten,

noch halt ich stät' auf Jägers Bahn,

wie wohl mir Glück kommt selten.

Mag mir nit g'bührn ein Hochwild schön,

so lass ich mich begnügen

an Hasenfleisch, nit mehr ich heisch,

das mag mich nit betrügen.