Nachwirkung

Brahms, Johannes

Sie ist gegangen, die Wonnen versanken,

Nun glühen die Wangen, nun rinnen die Thränen;

Es schwanken die kranken,

Die heißen Gedanken,

Es pocht das Herz in Wünschen und Sehnen.

Und hab' ich den Tag mit Andacht begonnen,

Tagüber gelebt in stillem Entzücken,

So leb' ich jetzt träumend,

Die Arbeit versäumend

Von dem, was sie schenkte in Worten und Blicken.

So hängen noch lang nach dem Scheiden des Tages

In lenziger Nachtluft, beim säuselnden Winde,

Die Bienlein wie trunken

Und wonneversunken

An zitternde Blüthen der duftigen Linde.