Schlaflied

Brahms, Johannes

Ruhe, Süßliebchen, im Schatten

Der grünen, dämmernden Nacht:

Es säuselt das Gras auf den Matten,

Es fächelt und kühlt dich der Schatten

Und treue Liebe wacht.

Schlafe, schlaf ein,

Leiser rauscht der Hain,

Ewig bin ich dein.

Schweigt, ihr versteckten Gesänge,

Und stört nicht die süßeste Ruh'!

Es lauschet der Vögel Gedränge,

Es ruhen die lauten Gesänge,

Schließ, Liebchen, dein Auge zu.

Schlafe, schlaf ein,

Im dämmernden Schein,

Ich will dein Wächter sein.

Murmelt fort, ihr Melodien,

Rausche nur, du stiller Bach.

Schöne Liebesphantasien

Sprechen in den Melodien,

Zarte Träume schwimmen nach.

Durch den flüsternden Hain

Schwärmen goldne Bienelein

Und summen zum Schlummer dich ein.