Tafellied

Brahms, Johannes

Die Frauen:

Gleich wie Echo frohen Liedern

Fröhlich Antwort geben muß,

So auch nahn wir und erwidern

Dankend den galanten Gruß.

Die Männer:

Oh, ihr Güt'gen und Charmanten!

Für des Echos holden Schwung

Nehmt der lust'gen Musikanten

Ganz ergebne Huldigung!

Die Frauen:

Doch ihr huldigt, will's uns dünken,

Andern Göttern nebenbei.

Rot und golden sehn wir's blinken

Sagt, wie das zu nehmen sei?

Die Männer:

Teure! zierlich, mit drei Fingern,

Sichrer, mit der ganzen Hand -

Und so füllt man aus den Dingern 's

Glas nicht halb, nein, bis zum Rand.

Die Frauen:

Nun, wir sehen, ihr seid Meister.

Doch wir sind heut liberal;

Hoffentlich, als schöne Geister,

Treibt ihr's etwas ideal.

Die Männer:

Jeder nippt und denkt die Seine,

Und wer nichts Besondres weiß:

Nun - der trinkt ins Allgemeine

Frisch zu aller Schönen Preis!

Alle:

Recht so! Klingt denn in die Runde

An zu Dank und Gegendank!

Sänger, Fraun, wo die im Bunde,

Da gibt's einen hellen Klang!