Wie rafft' ich mich auf in der Nacht
Brahms, Johannes
Wie rafft' ich mich auf in der Nacht, in der Nacht,
Und fühlte mich fürder gezogen,
Die Gassen verließ ich vom Wächter bewacht,
Durchwandelte sacht
In der Nacht, in der Nacht,
Das Tor mit dem gotischen Bogen.
Der Mühlbach rauschte durch felsigen
Schacht,
Ich lehnte mich über die Brücke,
Tief unter mir nahm ich der
Wogen in Acht,
Die wallten
so sacht,
In der Nacht, in der Nacht,
Doch wallte nicht eine zurücke.
Es drehte sich oben, unzählig entfacht,
Melodischer Wandel der Sterne,
Mit ihnen der Mond in beruhigter Pracht,
Sie funkelten sacht
In der Nacht, in der Nacht,
Durch täuschend entlegene Ferne.
Ich blickte hinauf in der Nacht, in der Nacht,
Und
blickte hinunter aufs neue:
O wehe, wie hast du die Tage verbracht
Nun
stille du sacht
In der Nacht, in der Nacht,
Im pochenden Herzen die Reue!