Still ruht Alles lange schon

C. Ehrlich

Still ruht alles lange schon,

Von des Schlafes Arm umfangen,

Mir nur ist die Ruh' entflohn',

Und im Herzen glüht Verlangen,

Und sehnend hier

Seufz' ich nach Dir;

Nach Dir, so treu und inniglich,

D'rum, holdes Mädchen! zeige Dich.

Auf das helle Fensterlein!

Linde Abend-Lüftchen wehen,

Laß, bestrahlt vom Sternenschein,

Mich Dein liebes Antlitz sehen.

Erschein' -- erschein'!

Ach Liebchen mein! --

Und Wort und Lächeln thu' mir's kund:

Daß Du getreu der Liebe Bund.

Und nun schlumm're lächelnd ein,

Sanft gewiegt von süßen Träumen.

Strahlt auf's neu' der Sternlein Schein,

Wird Dein Trauter nimmer säumen.

Ade! -- Ade! --

Lieb' Maid, ich geh'

Bald mir nach wonnevoller Nacht,

In Deinem Arm der Tag erwacht.