Von allen Ländern in der Welt

C. Ehrlich

Von allen Ländern in der Welt

Das deutsche mir am besten gefällt,

Es träuft von Gottes Segen;

Es hat nicht Gold noch Edelstein

Doch Männer hat es, Korn und Wein

Und Mädchen allerwegen.

Von allen Sprachen in der Welt

Die deutsche mir am besten gefällt,

Ist freilich nicht von Seiden;

Doch wo das Herz zum Herzen spricht,

Ihr nimmermehr das Wort gebricht,

In Freuden und in Leiden.

Von allen Mädchen in der Welt

Das deutsche mir am besten gefällt,

Ist gar ein herzig Veilchen;

Es duftet, was das Haus bedarf,

Ist nicht, wie Rose, dornenscharf,

Und blüht ein artig Weilchen.

Von allen Frauen in der Welt

Die deutsche mir am besten gefällt,

Von inner und von außen;

Sie schafft zu Hause, was sie soll,

Die Schüffel und die Wiege voll,

Und sucht das Gluck nicht draußen.

Von allen Freunden in der Welt

Der deutsche mir am besten gefällt,

Von Schaale, wie von Kerne;

Die Stirne kalt, der Busen warm,

Wie Blitz zur Hülfe Hand und Arm,

Und Trost im Augensterne.

Von allen Sitten in der Welt

Die deutsche mir am besten gefällt,

Ist eine feine Sitte;

Gesund an Leib und Geist und Herz,

Zu rechten Stunden Ernst und Scherz,

Und Becher in der Mitte!

Es lebe die gesammte Welt!

Dem Deutschen deutsch am besten gefällt,

Er hält sich selbst in Ehren;

Und läßt den Nachbar links und rechts,

Weß Landes, Glaubens und Geschlechts,

Nach Herzensluft gewähren.