Vorspiel

C. Kreutzer

Der Maien kommt! - Da blüht es an den Bäumen,

Da spielt das Reh, da singt die Nachtigall.

Isula kommt! Da bebt aus süßen Träumen

Das Lied des Troubadours zum Saitenschall.

Und fragt Ihr was er hofft? Und was er sich ersehne?

Ach nichts, als schön'res Leid und süßrer Wehmuth Thräne.

Sie naht heran, sie weiß nicht, welch ein Leben

Vor ihrem Blick in meinem Busen quillt.

Was kann der arme Troubadour ihr geben?

Er hat sein Schwert, sein adlich Wappenschild,

Sein rühmlich Zitterspiel und heitres Dichtersinnen;

All andres riß im Sturm das Schicksal ihm von hinnen.

Mag Sturm und Schicksal mit der Beute spielen,

Mag hülflos stehn und arm der Rittersohn,

Er darf mit Sangespfeilen fröhlich zielen,

Und trifft sein Ziel, und Kränze sind sein Lohn.

Und spräch' Isulas Mund: Dein Lied hat mir gefallen,

Das wär der schönste Kranz, von seinen Kränzen allen.