Herrliche Welt

C. Schneider

Immer und immer fühl ich's, ob alt oder jung:

Ein Gebirg in der Nacht, am Balkon ein schweigendes Weib,

Eine weiße Straße im Mondschein mit sanftem Schwung,

Das reißt mir vor Sehnsucht das bange Herz aus dem Leib.

O brennende Welt, o weißes Weib am Balkon,

Bellender Hund im Tal, fernrollende Eisenbahn,

O wie loget ihr, o wie bitter betrogt ihr mich schon -

Dennoch seid ihr noch immer mein süßester Traum und Wahn!

Oft versucht ich den Weg in die schreckliche 'Wirklichkeit',

Wo Professor, Gesetz, Mode und Geldkurs gilt,

Aber einsam entfloh ich immer, enttäuscht und befreit,

Dort hinüber, wo Traum und liebliche Narrheit quillt.

Schwüler Nachtwind im Baum, schwarze Zigeunerin,

Welt voll törichter Sehnsucht und Dichterduft,

Herrliche Welt, der ich ewig verfallen bin,

Wo dein Wetterleuchten mir zuckt, wo deine Stimme mir ruft!