Verlorenheit

C. Schneider

Nachtwandler, tast ich mich durch Wald und Schlucht,

Phantastisch um mich glüht ein Zauberkreis,

Nicht achtend, ob umworben, ob verflucht,

Folg ich getreu dem inneren Geheiß.

Wie oft hat mich die Wirklichkeit geweckt,

In der ihr lebt, und mich zu sich befohlen!

Ich stand in ihr ernüchtert und erschreckt

Und habe bald mich wieder fortgestohlen.

O warme Heimat, der ihr mich entzieht,

O Liebestraum, aus dem ihr mich gestört,

Zu dir zurück auf tausend Schlichen flieht

Mein Wesen, wie zum Meer das Wasser kehrt.

Mich leiten heimlich Quellen mit Gesang,

Traumvögel rühren glänzendes Gefieder;

Aufklingt aufs neue meiner Kindheit Klang,

Im Goldgeflecht, im süßen Bienensang

Find ich mich endlich bei der Mutter wieder.