An den Abendstern

C. Schröter

Wie ruhig blinkt, aus wolkenloser Ferne,

Dein schönes Licht, du freundlichster der Sterne!

Wie lieblich wallt im See dein zitternd Bild!

Wie oft hast du, wenn ich vom West umfächelt

Auf Blumen lag, mir Seelenruh gelächelt,

Der Sehnsucht bittern Harm wie oft gestillt!

Du blicktest auf den Bundeskreis der Brüder

Durch dieser Eiche sprießend Laubdach nieder;

Die meisten sind verstreut, und wandeln fern!

Du schimmertest, beym schmerzlichen Umfangen

Der Trennung, auf den Zährenthau der Wangen

Des Wiederfindens Hoffnung, schöner Stern!