Über die Hoffnung

C. Schröter

Ach! ohne Hoffnung ist das Leben nichts;

Doch ach! betrogne Hoffnung kürzt das Leben.

Jetzt lächeln uns ein Fünkchen frohen Lichts,

Und es verlöscht, indem wir nach ihm streben.

Allein, nicht hoffen, Minna, wäre Tod;

Nicht hoffen, was das Herz so brünstig flehet?

Nein, lieber male dir's mit Rosenroth

Der Täuschung, ob es schon ein Hauch verwehet.

Wie oft beseligt unser Herz ein Traum;

Und doch, ist's nur ein Traum, der bald verschwindet.

Erträumt dein Herz ein Glück -- o gib' ihm Raum,

So lang sich's im Genusse glücklich findet.

Ist doch fast alles Traum auf dieser Welt;

Wir hoffen viel, und sind von nichts dann Erbe.

O träume dir das wahr, was dir gefällt,

Und hoffe stets, und träum;' und hoff' und sterbe.