Waldesträume

C. Stör

In dem dunklen Walde lag' ich,

Mit den zieh'nden Wolken sprach ich,

Träumt' und träumt'und schaut' empor;

Gold'ne Sonnenstrahlen webten

Um die Wipfel Netz' und schwebten

Zitternd über Gras und Rohr.

Und des Waldes Blumen nickten

In dem Morgenwind und blickten

Schüchtern zu dem Träumer her;

Kosend flogen Schmetterlinge,

Zogen spielend leichte Ringe

Um die Blüthen, tropfenschwer.

Schmetterlinge, fliegt, o flieget!

Auf der Blumen Kelch euch wieget

In des Frühlings kurzer Lust!

Ohne Ende, ohne Schranken

Füllen selige Gedanken

Nur die eine Menschenbrust.