Wohin?
C. von Franckenstein
Wohin?...Wohin? -- Ich saß beim Mahl,
Erdmännlein durchlärmten den Hochzeitssaal,
sie brachten mir ein Becherlein,
darinnen glühte Blut, statt Wein:
den Becher musst' ich trinken.
Und als ich getrunken den Hochzeitstrank,
da ward mir so enge die Brust, so bang,
da griff hinein eine eiserne Hand --
da ward mir das ganze Herze verbrannt.
Das Herze muss ich kühlen!
Ein Krönlein lag auf dem Hochzeitstisch --
zwischen roten Korallen ein Silberfisch --
das zog ich heran, das setzt' ich mir auf;
nun bin ich des Wassermannes Braut.
Mein Herze musst' ich kühlen...
Es fielen drei Äpfel in meinen Schoß,
weiß, gold und rosenrot --:
das war die Hochzeitsgabe.
Ich aß den weißen und wurde bleich,
ich aß den gold'nen und wurde reich,
zuletzt den rosenroten.
Weiß, bleich und rosenrot
saß ein Mägdlein -- und das war tot.
Wassermann! thu nun auf die Thür!
Die tote Braut, die bring' ich dir.
Zwischen Silberfischlein, Molch und Gestein
ins Tiefe, Dunkle, Kühle hinein...
O, du verbranntes Herze!