Der Kobold

C. von Franckenstein

Immer neckend.

Scherze weekend,

Bald sich zeigend, Bald versteckend

Bist du drollig,

Gleich drauf tollig,

Nie ermüdet,

Nie befriedet,

In Unruh Ruhe suchend, die dir fehlt,

Selbst gequält;

Und ihnen sich einigend,

Die Andern peinigend,

Zugleich, wie man meint,

Freund und auch Feind.

Zu lieben befiehlst du

So trutzig

Und putzig.

Was denn erzielst du?

So umgetrieben

In rastlosem Wildern?

Wenn die Modelle

Nie bleiben auf selbiger Stelle,

Wer kann in Qualen

Denn zeichnen und schildern,

Mit Farben gar malen,

Noch weniger lieben?

Es wendet das Herz sich

Zu ruhigern, mildern,

Stillstehenden Bildern.

Doch das dünkt nur Schmerz dich.

So laß uns denn flattern,

Mit Witzfunken knattern,

Und plaudern und schnattern,

Jetzt wundersam dichtend,

Nun platt splitterrichtend

Wie schlechte Gevattern:

Wie Reden wir wechseln

Und Spaßworte drechseln,

Verlaß ich die Lurelei

Unwissend, ob Spuk sie sei,

Ob sie zum sterblichen Wesen

Noch einst mag genesen,

Ob sie als Echo Trug

Immer wird bleiben Spuk-

Doch das bleibt nicht fraglich

So interessant unbehaglich,

So ernst und so komisch,

So kindisch, dämonisch,

Einfältig und witzig,

So stumpf und so spitzig,

So wechselnd in Mienen,

1st nie mir ein Wesen

Im Leben erschienen:

Noch hab' ich von derlei in Büchern gelesen. -

Wie wohlfeil, natürlich,

Gefällig und zierlich

Dagegen das Mädchen

Das still dort am Rädchen

Demüthig spinnt das Fadchen,

Und ruhig das Rechte thut,

Nicht weiß, daß sie schön und gut.