Vergieb uns unsre Schuld
Cornelius, Peter
Nachts, wenn sich Sturmwind wild erhebt
Und Reue Dir im Innern wacht,
Dann bebt Dein Herz in dunkler Nacht
So schmerzlich wie's noch nie gebebt,
Du ringst, in tiefster Brust verzagt
Umsonst nach Trost, umsonst nach Licht,
Weil durch den Sturm, noch lauter spricht
Dein eigen Herz, das dich verklagt;
Doch ob der Sturm auch schweigen mag
Und laue Luft Dich lind umspült,
Wenn tiefe Reu die Seele fühlt,
Bebt sie im Sturm am ruh'gen Tag.
Dann preisen Vöglein Gottes Huld
Und singen hell zu ihm empor,
Dir aber dröhnt ihr Sang in's Ohr
Wie herbe Klag' um Deine Schuld.