Morgen will er weiter gehn

D. Engel

Morgen will er weiter gehn,

Morgen will er ziehen,

Und die Sonne bleibt nicht stehn

Und die Stunden fliehen;

Der mein einzig Leben ist,

Will mich nun verlassen:

Gott, ich kann's nicht fassen!

In der Brust ein Glöcklein hier

Zählt mit bangen Schlägen,

Wann er scheiden will von mir,

Gehn aus fremden Wegen.

Weilt er gleich an fremdem Ort,

Schlägt das Glöcklein hier noch fort

Ihm zum Angedenken.

Aber nein! Ihr Vögelein,

Thut den Tag nicht wecken!

Wollt beim Frühroth dort im Hain

Schweigend euch verstecken.

Seht nur an mein Herzeleid:

Wenn ihr früh so lustig seid,

Wird er gerne gehen.

O du trauter Glanz der Nacht

Bald wirst du verschwinden!

Und in lichter Sonnenpracht

Wird den Weg er finden.

Der mein einzig Leben ist!

Gott, ich kann's nicht fassen,

Daß er mich will lassen!" --