Du bist ja heut so grambefangen

D. Forsythe

Du bist ja heut so grambefangen,

Wie ich dich lange nicht geschaut!

Es perlet still von deinen Wangen,

Und deine Seufzer werden laut.

Denkst du der Heimat, die so ferne,

So nebelferne dir verschwand?

Gestehe mirs, du wärest gerne

Manchmal im teuren Vaterland.

Denkst du der Dame, die so niedlich

Mit kleinem Zürnen dich ergötzt?

Oft zürntest du, dann ward sie friedlich,

Und immer lachtet ihr zuletzt.

Denkst du der Freunde, die da sanken

An deine Brust, in großer Stund?

Im Herzen stürmten die Gedanken,

Jedoch verschwiegen blieb der Mund.

Denkst du der Mutter und der Schwester?

Mit beiden standest du ja gut.

Ich glaube gar, es schmilzt, mein Bester,

In deiner Brust der wilde Mut!

Denkst du der Vögel und der Bäume

Des schönen Gartens, wo du oft

Geträumt der Liebe junge Träume,

Wo du gezagt, wo du gehofft?

Es ist schon spät. Die Nacht ist helle,

Trübhell gefärbt vom feuchten Schnee.

Ankleiden muß ich mich nun schnelle

Und in Gesellschaft gehn. O weh!