Gesanglos war ich und beklommen

D. Forsythe

Gesanglos war ich und beklommen

So lange Zeit - nun dicht ich wieder!

Wie Tränen, die uns plötzlich kommen,

So kommen plötzlich auch die Lieder.

Melodisch kann ich wieder klagen

Von großem Lieben, größerm Leiden,

Von Herzen, die sich schlecht vertragen

Und dennoch brechen, wenn sie scheiden.

Manchmal ist mir, als fühlt ich wehen

Über dem Haupt die deutschen Eichen -

Sie flüstern gar von Wiedersehen -

Das sind nur Träume - sie verbleichen.

Manchmal ist mir, als hört ich singen

Die alten, deutschen Nachtigallen -

Wie mich die Töne sanft umschlingen! -

Das sind nur Träume - sie verhallen.

Wo sind die Rosen, deren Liebe

Mich einst beglückt? - All ihre Blüte

Ist längst verwelkt! - Gespenstisch trübe

Spukt noch ihr Duft mir im Gemüte.