Was weinst du, meine Geige?
E. Dohnányi
Was weinst du, meine Geige?
Hat man dir weh getan?
Die Leute wollen lachen,
und sehn uns staunend an.
Einst sangen deine Saiten
nur Liebe, Lieb' und Glück,
und funkensprühend jagte
sich Tollheit Stück um Stück.
Wie flog so leicht der Bogen,
von ihr sang jedes Lied.
Heut' ist so schwer mein Herze,
und meine Hand so müd'.
Ein Silberreif am Finger,
der sprang mir jäh entzwei,
es zittert von den Saiten
wie todeswunder Schrei:
Herab von meinem Finger,
s'war doch nur Lüge dran.
Hei! seht, wie ich nun trinken
und lustig fideln kann!
Was weinst du, meine Geige?