Gleich wie der roten Rose Pracht

E. Elgar

Gleich wie der roten Rose Pracht,

Und gleich der Blüt' die am Zweige lacht,

Gleich wie die Blume bei dem Hag,

Gleich wie der Morgen von dem Tag,

Gleich wie die Sonn', dem Schatten gleich,

Und wie die Welle auf dem Teich:

So, Mensch, bist du, dess Faden spann

Der Parze Hand, dess Zeit verran.

Die Rose stirbt, die Blüt' nicht weilet,

Die Blume welkt, der Morgen eilet,

Die Sonne sinkt, der Schatten flieht,

Die Welle schmilzt, der Mensch vergeht.

Gleich wie des Grasses neues Blatt,

Der Tat gleich, die begonnen hat,

Und gleich dem Vogel auf der Au,

Dem Tropfen gleich Maientau,

Der Spanne Zeit, der Stunde gleich,

Des Schwanes Singen auf dem Teich:

So, Mensch, bist du: dess Feuer sprüht

Dess Feuer sinkt, bis es ver glüht.

Das Gras ist welk, die Tat begangen,

Der Vogel stumm, der Tau vergangen,

Die Spann' ist kurz, die Stind' nicht lang,

Der Schwan- er stirbt; Der Mensch vergeht!