Natur und Tugend

E. Zumsteeg

Der Fluren Grün, das Abendgold,

Der Wald auf steilen Höh'n,

Die Quelle, die durch Blumen rollt,

Ach, alles ist so schön!

Der Sterne funkelnd Heer bei Nacht

Und des Gewitters ernste Pracht

Zerreißt des Herzens Trauerflor,

Und hebt es frei zu Gott empor!

So lang die Unschuld hehr und still

In deinem Busen wohnt,

So lang du willst, was Tugend will,

Die einst mit Palmen lohnt,

So lange zeigt auch die Natur

Dir jeder Wonne Rosenspur,

In ihrem Schoße findest du

Auf Erden schon des Himmels Ruh.