Agnes
F. Abt
Geh' nicht so früh zur Ruh'!
Viel tausend Augen blicken noch nach dir.
Was ziehst du abwärts, schon so früh verblassend,
So bald der todten Nacht die Herrschaft lassend?
Geh' nicht so früh zur Ruh'!
Bescheine noch die Grabeshügel hier!
Die Todten unten haben keine Wonne,
Als dich, du Gottesauge, warme Sonne!
Geh' nicht so früh zur Ruh'!
Der Arme steht im Tage nur sein Glück;
Ihm droht die Nacht der Tag war voll Entbehren,
Soll ihn der wache Schlaf voll Schmerz verzehren?
Geh' nicht so früh zur Ruh'!
Dein Aufgang, Sonne! ist dann auch so spät;
O wüßtest du, wie heiß nach dir sich sehnt,
Wer schlaflos eine lange Nacht durchstöhnt!
Geh' nicht so früh zur Ruh'!