Louise

F. Abt

Wie bist Du so schön, o Mädchen,

Du lieblich blühn'des Kind!

Ich glaub' nicht, daß im Sommer

Die Rosen schöner sind.

Bald welkt am Strauch die Rose,

Ob man sie pflegen mag;

Allein Du blühest schöner

An jedem neuen Tag.

Die Nachtigall singt lieblich

Dort in dem Wiesengrund,

Doch schön're Töne quellen,

Aus deinem holden Mund.

Auf Deinen süßen Wangen,

Auf Deinen Lippen lacht

Von tausend frischen Rosen

Die jugendliche Pracht.

Ein Netz aus goldenen Fädenn,

Es ist Dein blondes Haar!

Aus heller Stirne leuchtet

Dein blaues Augenpaar.

Um Deine Lippen schwebet

Froh jugendlich der Scherz;

Doch bleibt von all' dem Schönen

Das schönste doch Dein Herz.