Den Maien preiset alle Welt
F. Abt
Den Maien preiset alle Welt,
Wir halten's mit dem Merzen!
Ja, grüße dich Gott in Wald und Feld,
Du fröhlicher Merz, von Herzen!
Ei, mußt du auch mit scharfem Hauch
Den Winter noch verjagen,
Bald wagt's zu grünen am Bach der Strauch,
Und der Vogel im Hain zu schlagen!
Und bald, und bald, da ziehn durch's Thal
Die ersten Frühlingslüfte,
Da senden die Veilchen dem Sonnenstrahl
Verstohlen ihre Düfte;
Da lacht uns an so hold, so hold
Die Au im grünen Kleide:
O erstes Grün im Abendgold,
Du köstlichstes Geschmeide!
Ja, Merz! mit deinem Hoffnungstraum,
Mit deinem heitern Glauben,
Fürwahr, der Mai ist trauter kaum
Mit seinen duftigen Lauben!
Ja, Merz! mit deinen Knospen zart,
Wer still wie du mag warten,
Dem blühen, eh' es Frühling ward,
Schon alle Blumen im Garten!