Zum Maienfest um Pfingsten

F. Abt

Zum Maienfest um Pfingsten

Kein Bursche bleibt zu Haus,

Es schmückt auch den Geringsten

Ein Riesen-Blumenstrauß.

Auf blankgeputzten Pferden,

In bunter Bänder Pracht --

Maikönige zu werden,

Wird früh sich aufgemacht.

Das ist ein Wettereiten,

Ein Jagen toll und dreist,

Den Preis sich zu erstreiten,

Der so viel Glück verheißt.

Und wie im wilden Tanze

Dann Blum' und Bänder wehn,

Wenn in dem Mädchenkranze

Maikönigin zu sehn!

Das ist ein Fest der Jungen

Im ewig jungen Mai,

Gesprungen und gesungen,

Gefreit wird auch dabei.

Und, die sich heut' im Scherze

Nur werden zugesellt,

Wer weiß, wie bald das Herze

Sie fest umschlungen hät.

Dann gibt's ein lustig Pärchen,

Ein frohes Hochzeitsfest

Und kaum nach einem Jährchen

Dann zwitschert es im Nest.

Das kommt vom Maienfeste,

Vom wilden Tanz und Ritt,

Man sagt ja stets: Das Beste

Bringt erst die Zukunft mit!