Gesegnete Mahlzeit

F. Abt

Die Sonne schwelgt im Wiesengrün

zur heißen Mittagsstunde,

die blanken Sicheln ruh'n und glüh'n

in dufterfüllter Runde.

Die Schnitter lagern rings im Heu

und schmausen auf der samt'nen Streu.

Gesegnete Mahlzeit!

Das Bienlein wiegt sich überm Duft,

die süße Kost zu lecken,

der Hänfling in der Schollenschluft

lässt sich ein Würmchen schmecken.

Das flattert emsig ab und zu

und schmaust in ungestörter Ruh'.

Gesegnete Mahlzeit!

Der Knecht liegt träg im Scheunentor,

Ell'nbogen aufgestemmet,

langt Brot und liebe Flasch' hervor

und tafelt recht und schlemmet.

Der Sperling guckt vom Dach ihm zu,

schnappt einen Brocken sich im Nu!

Gesegnete Mahlzeit!

Der Hahn tut einen lauten Schrei,

da sammeln sich die Hennen

und flattern, flirren schnell herbei

und glucken, stolpern, rennen.

Nun hebt ein Scharr'n und Kratzen an,

man tilgt, was man vertilgen kann.

Gesegnete Mahlzeit!

Auch Ente watschelt froh herein

zum großen Schnabulieren.

Ach, dummes, dummes Entelein,

musst dich nicht lange zieren!

Du meinst, dein ist der Bissen schon,

jach schnappt ihn dir der Hahn davon!

Gesegnete Mahlzeit!