Beim Spaziergang

F. Abt

Das schönste Leben ist im Freien,

Mag Sonne scheinen, mag es schneien:

Natur ist ewig neu und schön!

Laßt uns in Thäler und auf Höh'n

Spazieren!

So frisch, so froh wird Leib und Seele;

Und was uns drücke auch und quäle:

Wir schütteln's ab in freier Luft,

Wenn wir in süßem Blüthenduft

Spazieren.

Es wallt ja Alles hin und wieder,

Es geht ja Alles auf und nieder;

Und in den Tiefen, auf den Höhn,

Was lebt und webt, das will auch gehn

Spazieren.

Die Sonne und der Mond, sie kreisen,

Und auch die lieben Sternlein reisen,

Die Luft, das Wasser ziehen fort

Und gehen stets von Ort zu Ort

Spazieren.

Der Vogel in den hohen Lüften,

Der Käfer unter Blumendüften,

Die Schnecke und der Wurm im Sand,

Die Spinn' und Mücke an der Wand

Spazieren.

Hinaus, hinein in alle Weiten!

Nicht fahren wollen wir und reiten;

Das, was am meisten uns gefällt:

Wir gehn in Gottes schöner Welt

Spazieren.

Das gibt zur Arbeit Kraft und Stärke,

Macht rüstig uns zu gutem Werke:

Und wenn wir matt und müde sind,

Dann gehen wir in's Bett geschwind

Spazieren.