Und kommst du nicht am Tage

F. Draeseke

Und kommst du nicht am Tage,

So komm im Traum zu mir;

Gewiß, gewiß, ich sage

Dir tausend Dank dafür.

Komm immer so wie heute,

Da ich entschlummert kaum,

Wie holdes Brautgeläute

Erklang mein ganzer Traum.

Wohl sind noch meine Lider,

Wie ich erwache, feucht --

Doch komme immer wieder:

Vor Glück weint' ich vielleicht.

Ich fleh' es wie mit Kosen

Der Nachtigall Gebet

Vom jungen Frühling Rosen

In kalter Nacht erfleht.

O, komm mit aller Plage,

Die du mir schon gebracht,

Und kommst du nicht am Tage,

So komm im Traum der Nacht.