Das eine Lied
F. Fröhlich
Verlanget nicht die alten Lieder,
Nicht Sang, die Lust und Liebe tönt:
Auf meinen Lenz sank Schnee hernieder,
Und ein gebrochnes Herze stönt.
Was soll ich singen, soll ich sagen
Bei ihrem hellen Freudenmahl?
Soll ich durchweinte Tage klagen,
Durchweinte Nächte ohne Zahl?
Ein bittres Lied nur kann ich singen,
Ein Lied stets alt und ewig neu:
So sing ich von gebrochnen Ringen,
So sing ich von gebrochner Treu.
Gönnt meinen Kummer mir alleine --
Ich gönn euch eure Festeslust --:
Laß mir den Namen, den ich weine,
Weckt nicht die Wehruf meiner Brust.
Was die gequälte Seele sinnet,
Zuckend der Mund, er nennt es nicht;
Nur eine schwere Thräne rinnet
Über das kranke Angesicht.