O mein Stern

F. Fröhlich

O mein Stern!

Nah und fern

War mir mancher holde Strahl erschienen;

Doch ich fand

Unbestand,

Und die Treu' allein in deinen Mienen.

O mein Stern,

Den ich gern

Lass' in meines Herzens Tiefe schauen!

Dir allein

Meine Pein,

Dir allein will ich mein Weh vertrauen.

O mein Stern!

Zu dem Herrn

Fleh' ich, der mir diesen Strahl beschieden,

Daß er mich

Sanft durch dich

Führ' aus meinem Kampf zu deinem Frieden.

O mein Stern,

Der vom Herrn

Mir an des Gemüthes Himmelsbogen

Ward gesetzt,

Ungenetzt

Von dem Gischte sturmbewegter Wogen!

O mein Stern

Der sich gern

Her zum Aufruhr meiner Seele neiget,

Eine Bahn

Diesem Kahn

Durch die Nacht und durch die Klippen zeiget!

O mein Stern,

Soll ich fern

Deinem sänftigenden Strahlen schreiten?

Doch verspricht

Mir dein Licht,

Mich auf allen Pfaden zu begleiten.