Mir auch war ein Leben aufgegangen

F. Himmel

Mir auch war ein Leben aufgegangen,

Welches reich bekränzte Tage bot;

An der Hoffnung jugendlichen Wangen

Blühte noch das erste, zarte Rot;

Auf der Gegenwart umrauschten Wogen

Brannt' ein Morgen, schön, wie Opferglut;

Hohe Traumgestalten zogen

Stolz, wie Schwäne, durch die rote Flut;

Leichte Stunden rannen schnell und schneller

An dem halberwachten Träumer hin,

Und die Gegend lag schon hell und heller,

Nur auch wüster, da vor meinem Sinn.