In der Nacht

F. Jähns

Die Nachtluft ziehet durch den Hain,

da regen Blättchen sich am Baum;

sie schliefen sanft am Abend ein

und lispeln nun im süßen Traum.

Umweht das Herz ein milder Hauch,

dann rührt es sich zu Träumen auch.

Ein Sternlein steht so hoch und klar,

durch Zweige fällt herab sein Licht.

Das Sternlein grüßt mich wunderbar,

ach, wüsst' ich doch nur, was es spricht!

Die Sehnsucht kommt von Sternen dort,

und tief im Herzen lebt sie fort.

Die Nacht erschließt das Sternentor,

die Nacht umfängt die Erdenwelt,

die Sterne treten leis' hervor,

sie sucht den Blick am Himmelszelt.

Denn was in Nacht scheint hell und klar,

ergreift das Herz so wunderbar.