Soldatenabschied
F. Kücken
Mein Lieb', es geht zum Streite,
die Trommel ruft: Ade!
O gib mir dein Geleite,
da ich von dannen geh'!
Auch sollst du mir noch sagen,
dass treu du wollest sein;
das Wort, das will ich tragen
durch Freund- und Feindesreih'n.
Wenn rings der Schlachtendonner hallt
und d'rüberhin die Fahne wallt,
dann, Liebchen, denk' ich dein!
Die Trommel ruft: Ade,
leb wohl, mein Lieb', ade!
Mein Lieb', es geht zum Streite,
die Trommel ruft: Ade!
O gib mir dein Geleite,
da ich von dannen geh'!
Bald schlägt in uns're Flanken
die Kugel prasselnd ein;
mein Lieb', ich will nicht wanken,
du sollst mir nahe sein.
Träf' jede Kugel, wär's nicht gut,
Gott schützt ein treu' Soldatenblut,
ich denk' im Kampfe dein!
Die Trommel ruft: Ade,
leb wohl, mein Lieb', ade!
Mein Lieb', es geht zum Streite,
die Trommel ruft: Ade!
Gib mir auch dein Geleite,
wenn ich dich wiederseh'!
Wir nah'n auf blum'gen Wegen,
der Sieg schmückt uns're Reih'n,
und du kommst mir entgegen
und holst mich jubelnd ein.
Du gehst mit mir in Schritt und Tritt,
du halfest ja zum Siege mit,
ich dacht' im Kampfe dein.
Die Trommel ruft: Ade,
leb wohl, mein Lieb', ade!