Komm, schönes Kind

F. Möckl

Komm du, mein schönes Kind,

laß dich umfangen,

nur einen Kuß geschwind,

still' mein Verlangen!

Zauderst du immer noch

mir ihn zu geben?…

's ist keine Sünde doch,

lieben ist leben!

Frag nicht, was morgen ist,

nütze die Stunden,

denke, die kurze Frist

ist rasch entschwunden.

Schön ist der Augenblick,

möcht gern ihn bannen,

doch sieh das falsche Glück

flieht rasch von dannen.

Uns winkt jetzt noch der Mai

mit frohen Reigen –

Ob ich dir ewig treu …

das wird sich zeigen!

Forsch' nicht mit Sorg und Qual,

ob es so bliebe,

sagt ich doch tausendmal,

daß ich dich liebe.

Laß nicht vorüberziehn

den Traum, den süßen,

so lang die Rosen glühn

kannst du genießen!