An Sie

F. Mozart

Soll ich ewig in die bange Brust

das Geheimniss meiner Liebe schließen,

nie die Göttinn meines Seyns begrüßen

mit dem Jubel neugeschaffner Lust?

Ach vergebens malt mit Anmuthszügen

mir die Phantasie das hohe Glück

meiner leisen Hoffnung; zu besiegen

ihres schönen Auges flücht'gen Blick.

Nimmer wird sein trautes Lächeln mir

die Erfüllung meiner Wünsche winken:

tiefer wird in Gram die Seele sinken,

und doch folg' ich, holdes Auge, dir;

und es fessle mich das tiefste Schweigen,

wie es nur auf kühlen Gräbern ruht,

sollt' mich gleich die Sehnsucht niederbeugen,

ewig lodre doch des Herzens Gluth.