Auf dem Berge
F. Otto
Wenn ich auf Bergen steh',
Und in die Ferne seh',
Mir ist's, als sei
Vor mir der Zukunft Land
Unerforscht, unbekannt
Wie ein Bild ausgespannt
Grenzlos und frei.
Hier liegt ein trauter Ort,
Schattige Wälder dort
Laufen ins Thal.
Hier wogt des Teiches Rohr,
Dort blickt der Fluß hervor,
Berge im blauen Flor
Stehn ohne Zahl.
Vöglein, wohin, wohin?
Könnt' ich doch mit dir ziehn
Weit, weit hinaus!
Auf welchem schmalen Steg,
Durch welches Waldgeheg,
Führt denn ein sichrer Weg
Mir einst nach Haus? --
Armes Herz, frage nicht!
Vöglein nicht Antwort spricht,
Zieht fort ins Thal --
Bringst du zufriednen Sinn
Überall mit dir hin,
Kannst du zur Heimath ziehn
Auch überall.