Der Todtengräber

F. Otto

Es gräbt beim Sternenscheine

Der Todtengräber ein Grab; --

Aus seinen Augen stürzen

Viel heiße Thränen herab.

Warum der Mann wohl weinen,

So bitterlich weinen mag,

Der ja der Gräber viele

Gegraben seit Jahr und Tag? --

Und allgemach erbleichen

Die Stern' am Azurzelt, --

Die Morgensonne bestrahlet

Das stille Todtenfeld.

Da wankt der Todtengräber

Zum frisch gegrabenen Grab,

Und senkt mit blutendem Herzen

Sein Töchterlein hinab.