Heute Nacht, als ich so bange

Schreker, Franz

Heute Nacht, als ich so bange

meiner fernen Qualen dachte

und so hoffnungslos und bange

immer weinte, immer wachte,

stieg mein kleines Mädchen leise,

mein gestorbnes zu mir nieder,

schloß nach alter, lieber Weise

mit den Händchen meine Lider,

streichelte mir still die Wangen,

küsste zärtlich fort die Tränen,

und von ihrem Arm umfangen

lag ich ruhig sonder Sehnen.

Langsam so, gemach entschiefen

dann auch Sorgen, Angst und Kummer,

und ich selbst versank in tiefen,

festen, lieblich langen Schlummer.