Wenn ich an den letzten Abend gedenk

F. Silcher

Wenn ich an den letzten Abend gedenk,

Als ich Abschied von dir nahm!

Ach, der Mond, der schien so hell,

Ich mußt scheiden von dir,

Doch mein Herz bleibt stets bei dir,

Nun ade, ade, ade,

Feinsliebchen lebe wohl!

Meine Mutter hat gesagt,

Ich sollt 'ne Reiche nehm'n

Die da hat viel Silber und Gold.

Doch viel lieber will ich mich

In die Armut begeb'n,

Als dich, mein Schatz, verlassen.

Nun ade, ade, ade,

etc.

Großer Reichtum bringt uns keine Ehr,

Große Armut keine Schand.

Ei, so wollt ich, daß ich

Tausend Taler reicher wär

Und hätt' dich an meiner Hand.

Nun ade, ade, ade,

etc.

Ich gedenke noch einmal reich zu werd'n,

Aber nicht an Geld und Gut.

Wollte Gott mir nur schenken

Das ewige Leb'n,

Ei, so bin ich reich genug.

Nun ade, ade, ade,

etc.

Das ewige Leb'n, viel Glück und Seg'n

Wünsch ich dir viel tausendmal!

Und du bist mein Schatz

Und du bleibst mein Schatz,

Bis in das kühle Grab.

Nun ade, ade, ade,

etc.