Die Nächste

F. von Woyrsch

Was willst du, Herz? bin nicht gewöhnt

Von dir so heftig Schlagen,

Du weißt, es ist dir streng verpönt,

Zu trauern und zu klagen.

Und heute läßt du mir nicht Ruh,

Thust quälen mich und grämen,

Gehörst doch einem Spielmann zu!

Herz, solltest dich was schämen!

Noch einen Krug! wem bring' ich ihn

Mit wohlbedachtem Sinne?

Dir, du braunäugig Magedin,

Für deine süße Minne!

So hat mich Keine noch geherzt

Wie du in weichen Armen;

Daß es vorüber ist, das schmerzt, --

Wer wird sich mein erbarmen?

Halt, Hunold Singuf! höre doch!

Nimm deinen Stab und wandre;

Um Eine Noth? das fehlte noch!

Ist's Die nicht, ist's ein' Andre.

Vorwärts! und wechsle wie der Mond,

Bist sonst ja nicht der Trägste,

Die Mädels sinds auch schon gewohnt,

Drum floreat die Nächste!