Nach Hameln!

F. von Woyrsch

Ein seltsam schauderhaft Gerücht

Vernahm ich dieser Tage:

Es brächte langschwänzig Gezücht

Alt Sachsen Noth und Plage,

Und eine gute Stadt zumal

Wär' ganz davon besessen

Und würde dort im Weserthal

Leibhastig aufgefressen.

Die Menschen könnten sich nicht mehr

Vor dem Geziefer retten,

Es wimmelte und sprang' umher

In Stuben, Schränken, Betten.

Die Ratten sah' man Gass und Gang

Geschwaderweis durchstreifen

Und hörte laut wie Vogelsang

Der Mäuse schrilles Pfeifen.

Geduld! ich komme, Rattennest!

Und will von deinen Räubern

Bis auf des letzten Zahnes Rest

Befreien dich und säubern.

Singuf! das wär' ein Meisterstück,

Ging' es dir recht von Statten, --

Wohlhin und vorwärts auf gut Glück

Nach Hameln in die Ratten!