Nacht
F. Weingartner
Die Sterne sind so hell, so hell;
Nun leuchten meine Lande.
Die Sonne glühte gar zu grell,
Nun ward die Nacht mein Weggesell,
Nun leuchten meine Lande,
Leuchten in stiller Pracht.
Nehmt ihr den Tag mit seiner Hast
Und seiner harten Frohne.
Die ihr des Schaffens Grund nicht fasst,
Nehmt ihr den heissen Tag und lasst
Mir meine Sternenkrone,
Meine Krone der Nacht.
Und geht ihr euern breiten Weg,
Ich schreite wie ein König.
Und was ich tief im Herzen heg,
Das leuchtet mir auf meinen Weg.
Ich schreite wie ein König
Zu meiner Königin.
Die Nacht ist weit, die Nacht ist tief,
Von ungebornem Leben.
Was seit Jahrtausenden schon schlief,
Und was die Sonne noch nicht rief,
Das ungeborne Leben:
Leben, ich grüsse dich.