Auf einen Apfel

F. Weingartner

Der Apfel, den ich aus der Hand empfing

Des reizendsten, gazellenhaften Mädchens,

War von ihr selbst gepflückt, von einem Zweige,

Der biegsam wie ihr eigner Körper war.

Und es war süß, die Hand darauf zu legen,

Als sei's der Busen derer, die ihn schenkte;

Hold duftete der Apfel wie der Atem

Der Geberin; die Farbe ihrer Wangen

Sah man auf ihm; und ihre Lippen meint ich

Zu spüren, da ich an den Mund ihn nahm.