Lied der Delphine

Schubert, Franz

Ach was soll ich beginnen

Vor Liebe?

Ach, wie sie innig durchdringet

Mein Innres!

Siehe, Jüngling, das Kleinste

Vom Scheitel

Bis zur Sohl', ist dir einzig

Geweihet.

O Blumen! Blumen! verwelket,

Euch pfleget

Nur, bis sie Lieb' erkennet,

Die Seele.

Nichts will ich thun, wissen und haben,

Gedanken

Der Liebe, die mächtig mich faßte,

Nur tragen.

Immer sinn' ich, was ich aus Inbrunst

Wohl könne thun,

Doch zu sehr hält mich Liebe im Druck,

Nichts läßt sie zu.

Jetzt, da ich liebe, mögt' ich erst leben,

Und sterbe.

Jetzt, da ich liebe, mögt' ich hell brennen,

Und welke.

Wozu auch Blumen reihen und wässern?

Entblättert!

So sieht, wie mich Liebe entkräftet,

Sein Spähen.

Der Rose Wange will bleichen,

Auch meine.

Ihr Schmuck zerfällt, wie verscheinen

Die Kleider.

Ach Jüngling, da du mich erfreuest

Durch Treue,

Wie kann mich mit Schmerz so bestreuen

Die Freude?