Ich hab' im Feld gelegen
G. Baldamus
Ich hab' im Feld gelegen
Oftmals vor Wall und Thurm,
Ich ritt auf vielen Wegen
Und stritt in manchem Sturm.
Mein' Wehr hab' ich gezogen,
Die Kugeln kamen geflogen,
Mich wollte keine noch,
Ach! eine trifft mich doch.
Wie weit noch solln wir reiten,
Mein Rößlein, wohlgestalt?
Wann bläst man uns im Streiten
Zum letzten Male Halt?
Dann deinem muntern Springen
Und meiner scharfen Klingen
Giebt man den Urlaubsschein,
Kann heut, kann morgen sein.
Soll dann gestorben werden,
Macht Keiner davor Kehrt,
Den Reitersmann auf Erden
Der Tod am höchsten ehrt.
Drum wollen wir uns schlagen,
Als müßten wir uns sagen
Allstund auf Schritt und Tritt:
Es ist der letzte Ritt!
Der letzte Ritt, ihr Brüder,
Geht in den Tod hinein,
Und stürz' ich blutend nieder,
Der Sieg muß unser sein.
Hör' unter Rosseshufen
Ich euch Victori rufen,
So steig' ich stolz hinab
Ins große Reitergrab.