Abends auf der Brücke

G. Frid

Abends muß ich auf der Brücke stehen,

Nieder in den dunkeln Strom zu sehen,

Wie er strömt und zieht und mit Gebrause

Sehnlich weiterstrebt - wohin? Nach Hause?

So viel Jahre bin auch ich gegangen

Ohne Rast mit sehnlichem Verlangen,

Wandernd mit den Strömen, Wolken, Winden,

Eine Heimat, eine Rast zu finden.

Weiter noch, so wird die Stunde schlagen,

Daß sie mich im weißen Linnen tragen.

Wanderschaft ade und Stromgebrause!

Stille trägt man mich - wohin? Nach Hause?