Fremde Stadt

G. Frid

Wie das so seltsam traurig macht:

Ein Gang durch eine fremde Stadt,

Die liegt und schläft in stiller Nacht

Und mondbeglänzte Dächer hat.

Und über Turm und Giebel reist

Der Wolken wunderliche Flucht

Still und gewaltig wie ein Geist,

Der heimatlos nach Heimat sucht.

Du aber, plötzlich übermannt,

Ergibst dem wehen Zauber dich

Und legst dein Bündel aus der Hand

Und weinest lang und bitterlich.