Reich mir, Schenkin

G. Henschel

Reich' mir, Schenkin, deinen süßen,

Deinen rothen Zaubermund!

Mach' nur immerhin mit Küßen

Mir das Herz ein wenig wund:

Daß die Liebe ganz mich tödte,

Ist mein Bleiben nicht genug;

Morgen mit der frühsten Röthe

Führt mich fort mein Wanderflug.

Laß mein Aug' in dein's sich senken,

Schmück' am Abend meine Rast,

Und ein süßes Deingedenken

Wieg' in Träume Nachts den Gast.

Und am Morgen frisch und heiter,

Singt er dir ein frohes Lied,

Wenn er liebeselig weiter

Durch die grünen Wälder zieht!