Lass die Rose schlummern

G. Henschel

Lass' die Rose schlummern,

Und die Wellen auch,

Alle lass sie schlummern,

Nächt'ger Windeshauch!

Alle ruhn sie gerne

Unterm Himmelsdom:

Herzen, nah und ferne,

Blume, Wald und Strom.

Störe nicht des holden

Traumes Wanderzug,

Der die Schwinge golden

Regt zum Niederflug,

Dessen Schlummerweise

Durch die Welten zieht,

Wundersam und leise,

Wie ein Sternenlied.

Ineinanderbeben

Lässt sein Flügelschlag

Alles Einzelleben,

Das getrennt der Tag.

Drum zu früh nicht störe,

Die so bald entfliehn,

Dieser Schlummerchöre

Traumesmelodien.